Taphephobie / Taphophobie

Taphephobie / Taphophobie – Angst, lebendig begraben zu werden – ICD-10 F40.2, spezifische Phobie

Die Taphephobie / Taphophobie gehört zu den spezifischen Angststörungen und bezeichnet die krankhafte Angst  davor lebendig / als Scheintote begraben zu werden. Bei dieser Angststörung meidet der Betroffene die Nähe zu Friedhöfen. Seine Gedanken kreise oft um die Idee,  wie es ist, wenn er lebendig begraben worden wäre / wird.

 

Bekannte Persönlichkeiten mit dieser Phobie waren:

  • Edgar Allan Poe (er hat auch einen Krimi über diese Angst verfasst),
  • Hans Christian Andersen (er forderte, daß man ihm nach seinem Tod die Pulsadern aufschneidet – um ja sicherzugehen, dass er auch wirklich Tod ist). Solange er lebte, legte er, wenn er schlafen ging, immer einen Zettel neben sein Bett mit dem Hinweis: „Ich bin nur scheintot.“
  • Johann Nestor und Arthur Schnitzler  verfügten über den „Herzstich“, d.h. dass nach ihrem wirklichen oder vermeintlichen Tode ihrer Leiche oder dem Scheintoten das Herz durchstochen werden musste.
  • Der Philosoph Arthur Schopenhauer verfügte in seinem Testament, dass er erst bestattet werden dürfe, wenn seine Leiche deutliche Anzeichen der Verwesung zeige.

 

Die Angst, lebendig begraben zu werden, ist nicht nur eine Form der Phobie, sondern hat einen realen historischen Hintergrund: In früherer Zeit kam es durchaus vor, dass Menschen für tot gehalten wurden, obwohl sie noch lebten. Diese Scheintoten wurden begraben und kamen erst im Sarg tief unter der Erde wieder zu sich und erstickten qualvoll. Dass jemand lebendig begraben worden war, erkannte man meist erst nach einer Umbettung, wenn das Skelett in einer verdrehten Position im Sarg lag oder Kratzspuren auf der Innenseite des Sarges sichtbar waren.

Einige technische Hilfsmittel wurden erdacht, um dieser Situation zu entkommen, etwa eine Schnur, mit der der eventuell Scheintote eine Glocke am Grab auslösen oder eine Signalfahne entfalten konnte. Sogar Särge mit einem Sauerstoffvorrat sind konstruiert worden.

Die Gefahr, lebendig begraben zu werden, ist heutzutage durch sichere Diagnosemöglichkeiten so gut wie ausgeschlossen (Pflicht zur äußeren, unter Umständen auch zur inneren Leichenschau mit Feststellen der sicheren Todeszeichen, in den Kliniken bei Intensivpatienten daneben beispielsweise auch EEG im Rahmen der Hirntoddiagnostik).

 

Wortherkunft:

Taphephobie / Taphophobie

altgriech.: „taphos-“ = Grab, Begräbnis; griech.: „phobos“ = Angst

 

 

ICD-10 = F40.2   Spezifische (isolierte) Phobien
 

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